»Schuld und Bühne«
2017

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Schuld und Bühne – eine musiktheatralische Wurzelbehandlung

31.03.2017 20:00 Premiere im Theater unterm Dach
Danziger Straße 101, 10405 Berlin
01.04./ 02.04./ 22.04./ 23.04. jeweils 20:00

Mann aus Obst 2017

Nicolas Pannetier – Bass, Nichtwissen, Griechisch
Nina de Ludemann – Bildersturm, Trompete, Zahnmedizin

Martin Luther – Übersetzung, Bühne, Songwriting
Edith Steyer – Saxophon, Maria, Klarinette
Daniel Casimir – Posaune, Schuld, Körperarbeit

Maja von Kriegstein – Klavier, Trompete, Transzendenzmanagement

Nach drei aufregenden Jahren im Performancemusiktheater finden wir Männer und Frauen aus Obst, dass es an der Zeit ist, unsere religiösen Prägungen einer nachdenklichen musikalischen Wurzelbehandlung zu unterziehen und die Ergebnisse für die interessierte Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Anlässlich des Reformationsjubiläums wollen wir, erstmalig bekleidet und mit Geld, ein Thema bearbeiten, das einige von uns schon lange beschäftigt – freiwillig oder unfreiwillig: die Frage nach der religiösen Heimat. Wir wollen versuchen, das Jahr 2017 dazu zu nutzen, unsere Gretchenfragen vollständig und abschließend miteinander zu klären.

Zum Beispiel: Ist ein komplet aufgeklärter Glaube überhaupt noch ein Glaube? Lohnt es sich, bestehende große Institutionen zu refromieren oder sollte man lieber gleich graswurzelmäßig von vorne anfangen? Sind wir wirklich so unpolitisch und ins Private zurückgezogen wie man es überall lesen kann und unsere Eltern es uns vorwerfen? Sollte die christliche und überhaupt jegliche Menschenliebe und Toleranz angesichts des neuen evangelischen Kirchenliedes kurzzeitig außer Kraft gesetzt werden dürfen? Was würden wir eigentlich gerne auf einen Zettel schreiben und an die Kirchentür kleben?

Erstens: Unsere Tempel sind alt und müssen – ja was denn? Weg? Anders? Drittens: An welche Tür denn überhaupt? Oder schreiben wir alles ins Tagebuch und reformieren uns immer nur selbst und gar nicht die Institutionen? Ist es eigentlich eine wirkungsvollere Reformation, Fortschrittszentimeter auf Fakultätsratssitzungen zu erkämpfen oder ein grundehrliches Tagebuch zu führen?