Wie wir arbeiten

Ensemble Mann aus Obst

Wir sind eine Gruppe von Musiker_innen/Performer_innen, die seit 2014 in wechselnden Konstellationen miteinander Musiktheater entwickelt.


Musik

Einige Ensemblemitglieder verbindet die langjährige gemeinsame Erfahrung im Bereich der improvisierten Musik, insbesondere des Freejazz, andere kommen aus streng klassischen Musikstudiengängen, andere vom Songwriting und der Straßenmusik. Aufgrund dieser höchst unterschiedlichen musikalischen Prägungen muss für jede Arbeit neu ausgelotet werden, wie das Ensemble als Ganzes überhaupt miteinander arbeiten und klingen kann. Jenseits der musikalischen Genregrenzen werden gemeinsame Anliegen aufgespürt und herausgearbeitet, bis schließlich eine charakteristische Landschaft aus aufeinander bezogenen unterschiedlichen Klängen und Spielweisen entsteht.

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Persönliches Bekenntnis …

Die Spieler_innen begegnen und zeigen sich in diesem Ensemble gleichermaßen als Musiker_innen und als ganze Personen. Neben der intensiven musikalischen Arbeit steht das gemeinsame Erforschen und performative Verdichten eigenen biographischen Materials zu einem bestimmten Thema – ein manchmal schmerzhaftes, beschämendes, zumeist aber vor allem sehr amüsantes und befreiendes Unterfangen.

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… im verfremdenden Raum

Es geht dabei nicht um die dokumentarische Zurschaustellung irgendwelcher Privatangelegenheiten. Vielmehr dienen die Stücke als spielerisch verfremdende Gefäße, in denen zwar sehr intime persönliche Äußerungen möglich sind – musikalisch als Improvisationen, verbal in den biografischen Texten – , bei denen es aber im Ergebnis überhaupt nicht darauf ankommt, ob eine Geschichte tatsächlich genau so stattgefunden hat oder nicht, ob ein Musikstück schon vor zweihundert Jahren geschrieben und von uns einstudiert oder erst in dieser Sekunde improvisiert wurde.

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Unsicherheit, Fragment und Zufall

Wichtig ist, dass ein öffentlicher Raum entsteht, in dem nicht nur beschützt, sondern hör- und sichtbar gemacht, miteinander geteilt und wertgeschätzt wird, was hinter perfektionierten Lebensläufen und Bühnenhelden Wirklichkeit ist: der lückenhafte, zweifelnde, schamhafte, kitschverliebte, neidische, desorientierte, komische, verspielte, egoistische, gemeine Mensch und seine spontane, unfertige, risikobereite Äußerung –


Koordination / Leitung

Das Ensemble wurde 2013 von Maja von Kriegstein initiiert, die sich auf der Grundlage einer klassischen Klavier- und Kirchenmusikausbildung über das breit angelegte Schulmusik-und Philosophiestudium und freischaffende Jahre in verschiedenen Musik- und Theaterformationen hin zu freieren Formen des Jazz und des Musiktheaters hin entwickelt hat. Im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit an der UdK begleitet sie seit 2008 in intensiver Einzelarbeit über mehrere Jahre hinweg viele unterschiedliche Musiker_innen-Biografien. Unter anderem deshalb hat sie für die Schnittstelle von persönlicher und musikalischer Entwicklung eine besonderes Interesse entwickelt.

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Garagenoper

Aufgrund der Gründung des Ensembles beim gleichnamigen Festival haben wir das Genre unserer Stückentwicklungen bisher mit Garagenoper bezeichnet. Die Idee der damaligen Macher_innen des Garagenoper-Festivals im Theaterforum Kreuzberg war, das Konzept eines Gesamtkunstwerkes wie eben einer Oper mit der Armseligkeit und dem Teamgeist der Garagenband zu verknüpfen. Diese Aufforderung haben wir sehr konsequent umgesetzt: Alle haben alles gemacht. Instrumentalist_innen wurden zu Models und Texter_innen, die Bühnenbildnerin zur 1. Violine, die künstlerische Leitung zum Cateringservice, der Schlagzeuger zum Stimmtrainer, die Schauspielerin zum Marketingstar, der Bassist zum Conférencier und mehrere unserer Freunde zur Rettung wenn eigentlich nichts mehr ging …